Keine Glaswüste

Keine Glaswüste Bio- Gemüse statt Photovolatik Daher dürfen die folgenden Argumente nicht gegen die Erzeugung von Strom mittels Photovoltaik verstanden werden.

ERNEUERBARE ENERGIEN SIND WICHTIG

Die Energiewende mit erneuerbaren Energien wird vermutlich von niemanden in Zweifel gezogen und wir, wie viele andere auch, betreiben schon seit 2007 Photovoltaikanlagen auf Dächern. Diese Form der Energieerzeugung sollte die Unterstützung aller Bürger finden und trägt auch zum Abschalten von „schmutziger Energieerzeugung“ bei. Die letzten beiden Generationen hab

en ebenso viel Freifläche beansprucht wie die vorherigen 80 Generationen zusammengenommen. Heute gehen in Baden-Württemberg pro Tag mehr als 6 Hektar unbebauter Natur für Siedlungs- und Verkehrsflächen verloren. Dabei bedeutet jeder neu versiegelte Quadratmeter den unwiederbringlichen Verlust von Böden zur Lebensmittelproduktion, Landschaften, Lebensräumen und Biotopen. Wir müssen verantwortungsbewusst und sparsam mit diesen endlichen Ressourcen umgehen, um nicht sprichwörtlich den Boden unter unseren Füßen zu verlieren. BIOLOGISCH BEWIRTSCHAFTETE FLÄCHEN SEIT 1991

Der Gemeinderat von Neulußheim hat in seiner Sitzung vom 16.03.2023 beschlossen Angebote für eine Freiflächen- Photovoltaikanlage von bis zu 26 ha (über 30 Fußballfelder) einzuholen. Die dafür vorgesehene Fläche liegt am Friedhof in Neulußheim und wird vom Biolandhof Hubert Merz seit 1991 biologisch bewirtschaftet. Es werden in einer 6- jährigen Fruchtfolge insgesamt 24 Gemüsearten aber auch Getreide und Kleegras angebaut. Die von der Gemeinde Neulußheim seit 1984 schon an die Eltern von Hubert Merz verpachte Fläche soll nun zugunsten der Stromerzeugung wegfallen. Dies würde bedeuten, dass dem Biolandhof Hubert Merz ein Fünftel der Fläche verlorengehen würde und die Existenz des Betriebes gefährdet ist. Eine FF-PVA würde eine Fläche von – 26 ha der besten Ackerflächen und damit einen Anteil von ca. 20% der biologisch bewirtschafteten Ackerfläche beanspruchen. Bei einer so umfangreichen Verschwendung von fruchtbaren, biologisch bewirtschafteten Ackerflächen geht es um die Existenz des Bioland- Betriebes Hubert Merz in Neulußheim. WENIGER ALS 10% DACHFLÄCHEN WERDEN GENUTZT

Bei FF-PVA’s stellt sich sofort die Frage, ob wir mit viel Strom aber ohne heimische Lebensmittel leben können. Eine FF-PVA mit einhergehendem Flächenverbrauch von mindestens 30 Fußballfeldern macht keinen Sinn, wenn gleichzeitig noch keine 10% der möglichen Dachflächen in Neulußheim mit PV-Modulen bestückt sind. Die Gemeinde Neulußheim könnte mit gutem Beispiel vorangehen und die vielen Parkflächen z.B. bei der Hardthalle, am Sportplatz oder beim Bahnhof mit Photovoltaikmodulen überdachen. Die Ackerflächen um den Neulußheimer Friedhof sind zwar schon seit vielen Jahren als mögliches Gewebegebiet ausgewiesen, allerdings sollte die Gemeinde klug mit den letzten Ressourcen der Neulußheimer Gemarkung umgehen. Der Gemeinderat von Neulußheim plant nun die wertvollen Bio-Ackerflächen in eine riesige mit Stacheldraht umzäunte und mit Videokameras überwachte Glaswüste vor den Toren Neulußheims zu verwandeln. Hierdurch wird der Erholungswert der Landschaft deutlich herabgesetzt und die Natur unwiederbringlich zumindest für 30 – 40 Jahre zerstört. FF-PVA ZERSTÖREN FLORA & FAUNA

Durch die starke Verschattung der Modulflächen, die Module absorbieren ca. 50% des einfallenden Sonnenlichtes, ist ein normales Pflanzenwachstum auf dem Boden unter den Modulen nicht möglich. Wie am Beispiel FF-PVA Bruhrain zu sehen, gibt es im Sommer außer unter Wassermangel leidenden Gräsern wenig Pflanzenwachstum. Daher ist die ökologische Funktion des gesäten Grases gering. Durch die enorme Glasfläche wird die Fauna nachhaltig gestört, Greifvögel können nicht jagen, viele Tiere sind durch den Stacheldrahtzaun ausgesperrt. Auch Boden und Kleinstlebewesen sind durch die geringe Artenvielfalt des spärlichen Bewuchses behindert. Dagegen ist der biologische Landbau, der auf dem größten Teil der Fläche um den Neulußheimer Friedhof bisher praktiziert wird, ein aktiver Beitrag für die Ökologie.

Ökolandbau- Flächen weisen einen viel höheren Artenreichtum im und auf dem Boden auf, sie leisten einen aktiven Beitrag zur Grundwasserbildung, tragen zur Lebensmittelversorgung mit gesunden landwirtschaftlichen Produkten bei und sichern durch die vielfältige Fruchtfolge eine abwechslungsreiche Naherholungslandschaft. Beim Vergleich der Einsparpotentiale an CO2 und der Luftreinhaltung schneidet der biologische Anbau gegenüber einer FF-PVA deutlich besser ab. Eine biologisch bewirtschaftete Ackerfläche spart nicht nur mehr CO2 als PV-Module, sondern produziert aktiv auch unseren lebenswichtigen Sauerstoff. Im Übrigen sind noch ca. 90% der möglichen Dachflächen in Neulußheim nicht mit Photovoltaikmodulen bestückt, hier könnte auch auf den kommunalen Gebäuden von Neulußheim Strom ohne Beeinträchtigung der Landschaft erzeugt werden. Auch über Balkon- PV-Anlagen ließe sich weiterer Strom gewinnen. ARBEITSPLÄTZE GEHEN VERLOREN

Eine FF-PVA kann leider nach der Installation keinen einzigen Arbeitsplatz über immerhin 30 oder gar 40 Jahre zur Verfügung stellen. Dagegen haben wir im eigenen Bioland-Betrieb mittlerweile viele feste Arbeitsplätze geschaffen und würden auch gerne weitere Arbeitskräfte einstellen. Landschaft oder auch Gewerbegebiete sollten, wenn es nach den Regional- und Fachplanern geht, nur in Anspruch genommen werden, wenn eine hohe Produktivität pro Fläche und der Erhalt bzw. die Einrichtung vieler und vielfältiger Arbeitsplätze vor Ort gewährleistet ist. Beide Ziele kann eine FF-PVA aus den vorgenannten Gründen nicht erreichen. Arbeitsplätze werden mit einer FF-PVA leider nur in China geschaffen. Wenn Sie persönlich in Neulußheim gegen die Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage votieren möchten, können Sie sich in die Unterschriftenlisten bei folgenden Verkaufsstellen in Neulußheim eintragen:
Buchhandlung Jutta Dräger, Hockenheimer Str. 1, 68809 Neulußheim
Bäckerei Bauer, Altlußheimer Str. 17, 68809 Neulußheim
Eiscafe Venezia, St. Leoner Str. 21, 68809 Neulußheim
Obsthof Hoffmann, Hockenheimer Str. 14, 68809 Neulußheim
Pizzeria Cavallino, St. Leoner Str. 45, 68809 Neulußheim
Biolandhof Merz, Waghäuseler Str. 27, 68809 Neulußheim
Bio-Hofladen Kliesow, Im Mähbruch 2, 68794 Oberhausen-Rheinhausen

Adresse

Waghäuseler Str. 27 Neulußheim
Neulußheim
68809

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Keine Glaswüste erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Service Kontaktieren

Nachricht an Keine Glaswüste senden:

Teilen

Kategorie