29/04/2026
Hallo, ich bin Marie – nicht Madlen.
Ich habe schon seit meiner Kindheit eine große Leidenschaft für Essen. Für mich ist Essen nicht einfach Nahrung.
Kennst du die Geschichte von Marcel Proust?
Die Szene mit der Madeleine, die in Tee getunkt wird und plötzlich ist da die ganze Kindheit wieder da. Die Erinnerungen, die Gefühle, die Wärme. Genau das ist es, was Essen kann. Es berührt alle Sinne.
Und genau so ist auch meine Vision entstanden.
Ich wollte einen Ort schaffen, an dem man nicht einfach nur isst, sondern an dem man verweilt. An dem man spürt, dass Produkte wertgeschätzt werden. Dass Zeit eine Rolle spielt. Dass alles, was auf dem Tisch landet, eine Geschichte hat.
Vielleicht treibe ich es manchmal ein bisschen zu weit.
Butter aus der Bretagne. Mehl aus Frankreich. Produkte, bei denen man sich fragen kann: Muss das wirklich sein?
Ja. Muss es.
Weil man den Unterschied schmeckt. Weil Handwerk keine Abkürzung verträgt.
Ich habe in den letzten Monaten aber noch etwas viel Wichtigeres gelernt: Wie entscheidend die Menschen sind, mit denen man arbeitet. Das Team. Die Energie. Dieses gemeinsame Verständnis von Qualität und Anspruch.
Und dann sind da die Gäste.
Die, die wiederkommen. Die, die bleiben. Die, die plötzlich sagen: „Hier fühlt es sich ein bisschen wie Zuhause an.“
Das sind die Momente, in denen ich weiß, warum ich das alles mache.
Ja, es ist anstrengend.
Es ist ein täglicher Kampf. Und ich sage es ganz offen: Heutzutage etwas Eigenes aufzubauen, ist verdammt hart. Es gibt Tage, an denen ich mit dem Gedanken kämpfe, ob ich das wirklich schaffen werde. Ob der Atem lang genug ist. Ob die Vision trägt, wenn die Realität zuschlägt.
Aber dann stehe ich wieder hier.
Weil ich es aus den richtigen Gründen mache. Weil ich es wirklich meine. Und weil ich davon überzeugt bin, dass echte Leidenschaft die einzige Antwort auf diese Zweifel ist. Vielleicht heiße ich nicht Madlen. Aber die Idee hinter der Madeleine, diese Rückkehr zu sich selbst durch den puren, ehrlichen Genuss, die schreibe ich hier jeden Tag neu. Auch für mich selbst.
Willkommen an meinem Tisch. Willkommen bei Marie.
Bildquelle: Josh Schlasius / IHK