Ich bewirtschafte knapp 10 ha gepachteten Acker und 15 ha gepachtetes Grünland,
davon etwa die Hälfte Streuobst. Neben den klassischen Ackerbau-Kulturen Roggen, Weizen und Hafer baue ich Kleegras,
Luzerne, Leguminosen (Bohnen, Erbsen) und Gründüngungskulturen an, um den Boden
in seiner Fruchtbarkeit zu erhalten und über den Aufbau von Humus zu verbessern. Auf gut einem Hektar wächst vielfältiges G
emüse und eine bunte Vielfalt an Kartoffeln für die
Selbstvermarktung in meinem „Hofladen“, der in der Saison (etwa von April – Dezember) 2x wöchentlich geöffnet ist. Nachzucht, komplettiert den Betrieb und
liefert neben bestem Fleisch auch noch den Wirtschaftsdünger für den Acker- und Gemüsebau. Der Anfang
Landwirtschaft ist meine Leidenschaft. Ich komme zwar nicht aus einer alteingesessenen Bauern-
Familie, bin aber in einem landwirtschaftlich geprägten Umfeld groß geworden. Von einem eigenen Betrieb habe ich immer geträumt. Nach einer landwirtschaftlichen Lehre und einigen Jahren als angestellter Landwirt habe ich 2019 meine Ersparnisse zusammengekratzt und, bisher im Nebenerwerb, eine Landwirtschaft gegründet.
„Für Leib und Seele“ – oder: Der Weltmarkt kann mich mal….. Nein, ich will nicht für den Weltmarkt produzieren. Ich produziere in meinem Betrieb lokal. Auf dem Acker in Oberselters für die direkte Vermarktung im Hofladen in Erbach. Das sind kurze Wege, nur der eigene Garten liegt vielleicht näher. Meine Produkte sind frisch und die meisten erst am Tag des Verkaufs geerntet. Dafür stehe ich samstags schon bei Sonnenaufgang auf dem Acker. Meine Produkte sind saisonal, es gibt nicht immer alles, wie im Supermarkt, aber dafür erntefrisch und mit Geschmack, ohne chemisch-synthetischen Dünger und
ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz. Natürlich kommt mein Saat- und Pflanzgut aus biologischer Produktion. Blühstreifen als Insektennahrung und Lebensraum für Nützlinge, aber auch als Augenweide für den Bauern, sind integrierter Bestandteil meines Wirtschaftens. Und auch „Unkraut“ hat seinen Platz, solange es die Kulturen nicht behindert. So wird der Acker zur Fläche für Biodiversität. Wer will, kann sich das alles selbst ansehen, meine Familie und ich sind häufig auf dem Acker anzutreffen; also Transparenz, auch jenseits von Zertifikaten. Gemüsebau von A – Z ……alles zu seiner Zeit
Im Laufe der Saison baue ich ungefähr 60 verschiedene Gemüsearten an; viele davon in mehreren
Sorten. Das führt zu einem sehr kleinteiligen Anbau und dazu, dass die meiste Arbeit Handarbeit ist, vom Säen und Pflanzen, über die Kulturpflege bis hin zur Ernte. Viel Arbeit auf kleiner Fläche! Das Angebot spannt den Bogen von A, wie Asia-Salat (5 Sorten) bis Z, wie Zwiebeln (4 Sorten). Dazwischen gibt es Bekanntes, Salate (bei mir meist bunt), Kohlrabi, Möhren, Tomaten und Co., aber auch eher Unbekanntes, Blaue Bohnen, Roter Grünkohl, Mangold, Muskat-Kürbis oder Zuckerhut. Besonders gefährdete Kulturen wie Kohlgewächse und andere Kreuzblütler, Radieschen oder Rukola schütze ich mit Netztunneln oder Vlies gegen allzu gefräßige Insekten. Alles wird verkauft in meinem Hofladen in Erbach am Alten Sportplatz (Festplatz), in der Saison (etwa April – Dezember) Dienstag von 16-19 Uhr und Samstag von 9-13 Uhr. Aktuelle Ernte-Infos gibt es auf Instagram:
Kartoffeln …… ich habe was gegen Einfalt! Klar, ich habe auch „normale“ Kartoffeln, Belana und Co. Und die sind wirklich lecker, auch die frühe Goldmarie ist wunderbar. Aber auch die „unnormalen“ Sorten liegen mir am Herzen. Es ist wichtig, dass wir eine möglichst große Vielfalt anbauen und natürlich auch verkaufen. Sonst verengt sich der Gen-Pool immer mehr und irgendwann gibt es nur noch einen Saatgut-Konzern, der bestimmt, was uns zu schmecken hat. Deshalb ran an Heiderot (auch innen rot), Blaue Anneliese (auch innen blau), Rosa Tannenzapfen (unsere Lieblinge nicht nur für den Weihnachtskartoffelsalat), die Schwarze Ungarin (unglaublich mehlig, für Klöße und Gnocchi) oder all die anderen eher unbekannten Sorten. Die sind nicht nur schön, sondern auch gesund und gut schmecken sie obendrein. Die ersten frühen Golmarie gibt es voraussichtlich im Juli. Mutterkuhhaltung …… die Kuh, meine große Liebe
Schon als kleiner Bub, so wird in der Familie berichtet, habe ich mir zu Weihnachten immer eine Milchkuh gewünscht. Und nie eine bekommen! Vor ein paar Jahren, ich war eigentlich auf der Suche nach Rotem Höhenvieh, wurde in der Nähe eine
Limousin-Herde aufgelöst. Kurz entschlossen habe ich dort 3 Tiere gekauft. Inzwischen ist die Herde auf 15 Tiere angewachsen. Hermann, der bei mir Erstgeborene, ein richtig großer Ochse mit imposanten Hörnern wird von vielen Spaziergängern, die an der Weide vorbeigehen, bewundert. Apropos Ochse; ich lasse alle männlichen Kälber kastrieren, damit sie, ohne Inzuchtgefahr, in ihrer Herde bleiben können. Limousin haben ihren Ursprung in Frankreich und gelten als vorzügliche Fleischrinder. Meine Rindviecher haben alle Hörner und die Kälber laufen in der Herde mit und werden von ihren Müttern gesäugt. Die Herde ist von März / April (je nach Witterung und Grasaufwuchs) bis meist in den Dezember auf der Weide. Die übrigen Monate verbringen sie in einem Laufstall, der überwiegend mit Stroh eingestreut ist. Dort werden sie mit selbst geworbener Heulage und mit Heu gefüttert. Getreideschrot gibt es auch, aber nur in homöopathischer Dosierung. In 2021 soll der erste Ochse geschlachtet werden. Nein, nicht Hermann! Nicht einfach, aber irgendwann…. Am liebsten natürlich als Weideschlachtung. Der Tod ereilt ihn in der Herde, kein Stress für das Tier und die beteiligten Menschen, eine noch bessere Fleischqualität, da ohne Stresshormon…….aber die Gesetze, Verordnungen, Richtlinien, na ja, dass kennen sie ja sicher zur Genüge. Der Ochse wird aber erst geschlachtet, wenn es genügend Fleisch-Vorbestellungen gibt. Bei Interesse an gutem Rindfleisch können Sie sich gerne bei mir melden. No Future?...........Ich hoffe doch! Im April 2021 pflanze ich ein kleines Erdbeerfeld neu auf. Da gibt es dann wieder die bekannten Sorten „Sonata“ und „Korona“ ab 2022 zum Selbstpflücken. In 2021 nur gepflückt im „Hofladen“. Erdbeeren gibt es bei mir dann, wenn es eigentlich in unseren Breiten Erdbeeren gibt, nämlich
ungefähr Mitte Juni. Nicht im März oder April und auch nicht an Weihnachten. Ich habe privat ein paar Hühner, eine eher ungewöhnliche Zusammenstellung, 2 Hühner und 3 Hähne, und die Kunden im Hofladen fragen ständig, wann es denn endlich auch Eier gibt. So habe ich mich entschlossen, ein kleines Hühnermobil zu bauen und eine kleine Hühnerschar anzuschaffen. Sundheimer sollen es werden, eine alte Zweinutzungsrasse, die auf der Roten Liste steht, Fleisch und Eier, aber…das ist noch Zukunftsmusik. Und wenn das alles geschafft ist,……dann sehen wir weiter. Ich arbeite an der Future!