14/02/2025
Der steigende Verbrauch, der Klimawandel und die Ungewissheit über die neuen EU-Entwaldungsverordnung treiben die Kaffeepreise in die Höhe.
Zwischen 2010 und 2018 ist die weltweite Kaffeeproduktion um 24 % gestiegen. Im 2023 hat die Welt mehr Kaffee konsumiert, als sie produzieren kann.
Brasilien, der weltweit größte Kaffeeproduzent und -exporteur, erlebte die schlimmste Dürre seit 70 Jahren, gefolgt von außergewöhnlich starken Regenfällen. Prognostiker sagen für das nächste Jahr bereits erhebliche Ernteeinbußen voraus.
Vietnam, der zweitgrößte Produzent, hat unterdessen mit den Folgen eines Taifuns und einer weiteren schweren Dürre zu kämpfen und erlebt das dritte Jahr in Folge eine geringe Produktion.
Hinzu kommen die Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der Europäischen Entwaldungsverordnung (EUDR). Die Maßnahme zielt darauf ab, gegen die Einfuhr von Rohstoffen vorzugehen, die mit der Abholzung von Wäldern in Verbindung stehen, und es gibt Bedenken, ob die Erzeuger, insbesondere die kleinen, in der Lage sein werden, die neuen Vorschriften einzuhalten.
Diese Bedingungen haben den Börsenkurs des Rohstoffs in diesem Jahr um fast 80 Prozent steigen lassen. Multinationale Marken passen ihre Preise auf dem Markt bereits an. Kleine Röstereien sind noch stärker betroffen.
Auch wenn die Kaffeespezialitäten ein anderes Modell für den Kaffeemarkt vorschlagen, muss man sich darüber im Klaren sein, dass ihre praktischen Auswirkungen zaghaft sind und dass wir immer noch der Logik der Rohstoffe ausgeliefert sind.
Dieser Moment verstärkt die Notwendigkeit, über echte, wirksame Strategien zur Dekommodifizierung des Kaffees nachzudenken, damit seine Zukunft lebensfähig ist - vom Erzeuger bis zur Tasse.