07/09/2026
Die diesjährige Ernte stand von Beginn an unter dem Einfluss außergewöhnlich belastender Witterungsbedingungen. In der entscheidenden Wachstumsphase von Mitte Juni bis Mitte August wurden in Hüll beispielhaft lediglich rund 105 mm Niederschlag gemessen. Seit Anfang Mai summierte sich die Niederschlagsmenge auf etwas mehr als 210 mm und lag damit nur bei etwa der Hälfte des langjährigen Durchschnitts. Gleichzeitig verzeichneten die Anbaugebiete mit 45 Tagen über 30 °C eine außergewöhnlich hohe Zahl an Hitzetagen. Eine derart lange und intensive Hitzeperiode hat es in dieser Form seit mindestens 25 Jahren nicht gegeben. Die Folgen der Kombination aus Trockenheit und extremer Hitze waren in allen Regionen deutlich sichtbar.
Experten gehen von einer deutschen Hopfenernte aus, die mit rund 9.400 Tonnen beziehungsweise 22 % unter dem Vorjahresniveau liegen wird. Ursächlich hierfür sind sowohl der Rückgang der Anbaufläche um gut 5 % als auch die deutlich niedrigeren Hektarerträge, die im Durchschnitt etwa 17 % unter dem Vorjahreswert erwartet werden. Besonders stark wirkt sich die Kombination aus geringeren Erträgen und deutlich reduzierten Alphawerten aus. Nach aktuellen Prognosen könnten die Alphagehalte bei einzelnen Sorten bis zu 40 % unter dem Niveau einer Normalernte liegen. Insgesamt schätzt der Hopfenwirtschaftsverband nach heutigem Stand, dass gegenüber einer durchschnittlichen Ernte rund 1.400 Tonnen Alpha beziehungsweise 27 % weniger geerntet werden.
Trotz der deutlich kleineren Ernte gehen wir fest davon aus, dass die Versorgung der Brauwirtschaft mit hochwertigem deutschem Qualitätshopfen durch die vorhandenen Brauereibestände und die enge Zusammenarbeit entlang der Lieferkette weiterhin sichergestellt werden kann.