Matti Wessel ist der Neue in Wrestedt – und er hat was mitgebracht. Sein Begrüßungsgeschenk an Sie sind Service, Freundlichkeit, Frische und vor allem Qualität. Das möchte Ihnen der Kaufmann bieten. Er ist herumgekommen und hat viel Erfahrungen gesammelt, die er nun am Platz umsetzt. Im Gespräch erläutert er seinen Weg, seine Philosophie und Pläne. Denn: Transparenz ist wichtig, wenn man mit den Kunden und dem Team etwas erreichen will.
Schon immer habe ich viel mit Kumpels unternommen und war unter Menschen. Ein Studium nach meinem Schulabschluss wollte ich nicht machen. Also stand die Ausbildung an. Ich habe die Berufe des Handwerkers, Tischlers und bei einer Baufirma in Erwägung gezogen, aber das war nichts für mich. Dann im Einzelhandel stellte ich fest: Hier bin ich richtig. Das war in einem Bio-Betrieb auf Rügen, wo ich gebürtig herkomme. Der Kundenkontakt und die Beratung haben mich sofort gepackt und begeistert.
Ja, schon damals war der Biobereich auf dem Vormarsch – Bio wuchs. Doch leider nicht das Geschäft. Auch wenn ich den Laden gegebenenfalls hätte übernehmen können, spürte ich doch keine großen Perspektiven auf Rügen. Hier ist der Tourismus stark doch ich sah an meinem Bruder, der als Koch arbeitet, das ist etwas heftig – das war keine Option. So habe ich mich im Hamburger Raum beworben, wo ich auch etwas Familie habe. EDEKA Dahlinger gab mir eine Anstellung. Das war super und ich habe vieles gelernt. Mein Ansporn stieg und ich wollte mich noch weiterentwickeln. Als nächstes bewarb ich mich bei EDEKA Herbert Meyer. Er war ein echter Mentor als Kaufmann. Er bot mir die Fortbildung Junioren-Aufstiegsprogramm (J*P) an, das mir viele weitere Türen öffnen sollte.
Und es kam doch anders. Aber im positiven Sinn, richtig?
Und wie! Zwei Monate nach dem Beginn des J*P kam Herr Meyer auf mich zu und fragte, ob ich nicht den Markt in Hittfeld als Marktleiter führen möchte. Das war ein Brett – noch vor jeglichen Abschlüssen. Viele Gespräche und ermutigende Worte meines Chefs später, sagte ich das J*P ab und startete im Juni 2010 als Marktleiter. Nebenbei machte ich zahlreiche Seminare und Kurse, die mir weiterhalfen.
2013 bewarb ich mich erstmals auf einen eigenen Markt bei der EDEKA. Auch hierbei unterstützte mich Herbert Meyer tatkräftig. Letztendlich wurde der Markt, den ich evtl. hätte übernehmen können, nie gebaut – aber so rutschte ich zumindest auf die EDEKA Warteliste. Das Sichtungscenter prüfte meine Fähigkeiten und meinte, es passe im Grund alles, aber die Fortbildung zur Führungskraft Handel (FKH) solle schon sein.
Und wo haben Sie dieses absolviert?
Der Bruder von Herbert Meyer, Volker Meyer, suchte zu dem Zeitpunkt einen Marktleiter für sein Geschäft in Garstedt. Er nahm mich auf und hier startete ich 2015 das FKH, welches ich 2018 auch erfolgreich abschloss.
Und 2020 kamen Sie zu Ihrem eigenen Markt.
Genau. Herr Koch, der vorherige Inhaber musste aus gesundheitlichen Gründen die Führung abgeben und die EDEKA bat mich, die Nachfolge anzutreten. Ich sah in dem Markt viel Potenzial. Ich musste zwar etwas früher als geplant von Volker Meyer weg, aber er legte mir keine Steine in den Weg, sondern unterstützte mich dabei ebenso, wie es sein Bruder die Zeit lang tat.
Wo setzen Sie in Ihrem Markt an? Worauf liegt der Fokus?
Vor allem auf zwei Dingen: auf Qualität und auf Transparenz. „Qualität ist unser Versprechen“ danach handeln wir. Das bezieht alles mit ein: eine hochwertige nachhaltige Herstellung, ein respektvoller Umgang mit Erzeugnissen und letztendlich auch eine höhere Wertschätzung für das Produkt. Nach diesem Credo haben wir sogleich neue Lieferanten – viele aus der Region – und Produkte ins Geschäft geholt. Denn das Sortiment ist eben das, was wir machen – jeden Tag. Wir möchten mehr sein, als nur günstige Artikel
Die Transparenz bezieht sich auf das ganze Umfeld. Die Mitarbeiter wissen über alles im Unternehmen Bescheid. Sie erhalten Freiheiten, mehr Eigenständigkeit und sie dürfen kreativ sein. Sie können Fortbildungen machen und auch Verantwortung übernehmen. Das spiegelt sich in der Chemie im Markt wider und überträgt sich auch auf die Kunden. Hier darf auch der eine oder andere Ulk im Alltag gemacht werden – und sei es nur einmal hupen mit der Ameise (lacht).
Außerdem haben wir nichts zu verbergen. Auch mithilfe dieser Marktzeitung möchten wir die Kunden mit ins Boot holen. Hier erfahren sie regelmäßig was wir machen, planen, was neu ist und vieles mehr.
Apropo Planung. Was können Ihre Kunden erwarten?
Oh, einiges. In der Obst und Gemüseabteilung haben wir schon in Kühlungen investiert und die Büro-Arbeitsplätze umgebaut. Der SB-Bereich Fleisch soll vergrößert werden und wir möchten in der Küche einen neuen Ofen installieren. Neue Leergutautomaten und Reinigungsmaschinen sollen auch her. Wir möchten eventuell eine Lotto- und Poststelle integrieren, da die im Ort jetzt geschlossen ist. Also es steht einiges an, aber wie gesagt: Wir möchten transparent handeln und halten hier alle auf dem Laufenden.