Der Bagòss-Käse wird von den Bauern in Bagolino, das im Valle del Caffaro in der Lombardei liegt, in der achten Generation nach dem gleichen Herstellungsverfahren produziert. Die Verarbeitung der Milch für die Herstellung des Bagòss beginnt mit dem Abschöpfen. Ein Teil (2%), nämlich die Sahne, die an der Oberfläche schwimmt, ist für die aromatisch duftende Butter bestimmt, während der Rest zur Pro
duktion des Käses verwendet wird. In einem Kessel aus reinem Kupfer wird die Milch über einem kleinen Feuer erhitzt, bis sie eine Temperatur von 38 - 40 Grad hat. Dann wird das Lab und eine Prise Safran hinzuge-fügt, was dem Käse die typische goldene Farbe gibt, so wie sich das die alten Dogen von Vene-dig wünschten. Nun erhält man den Käsebruch, welcher zerkleinert und zerstoßen wird, bis er die Größe von Reiskör-nern hat. Dieses Granulat wird dann für 20 - 25 Minuten bei einer Temperatur von 45 bis 50 Grad Celsius gekocht. Die kompakte Masse wird mit Hilfe einer Leinwand, der „Mastella“, aus dem Kessel geschöpft, dann auf einen Tisch gehoben und in einem Holzrahmen zu einem Laib geformt. Hier wird sie zuerst mit den Händen gedrückt und dann unter dem Gewicht ei-ner Walze, die mit einem 15 bis 20 kg schweren Stein belastet ist, gepresst. Dies ist auch der Mo-ment, in dem der Laib seinen Stempel bekommt, der ihn als den echten Bagòss zur Unterscheidung von Nachahmern ausweist. Jetzt folgt das Salzen, was in den folgenden 40 Tagen alle zwei Wochen wiederholt wird. Der Laib kommt dann in den Kel-ler, wo der Reifeprozess beginnt. Jeder Laib wird zusätzlich mit Leinöl bestrichen, was bis zum Ende der Reifung mehrfach erfolgt. Die jährliche Produktion beläuft sich auf circa 10.000 Käselaibe. Es wird unterschieden in den L`estivo, der im Sommers auf den Almen herge-stellt wird, und dem L`invernale, der im Winter von den Bauernhöfen des Hochtales kommt.